Tipp Okertalsperre

Tipp Okertalsperre

Moment mal

Tipp Okertalsperre

Von Burkhard Budde

Quelle natürlicher Schönheit 

Entdeckung im Harz 

Ein Tipp: Die Okertalsperre bei Altenau im Harz verbindet in einzigartiger Weise Natur und Technik.

Die Talsperre dient nicht nur dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung, der Trinkwasserbereitstellung und der Stromerzeugung.

Die größte Talsperre in Niedersachsen ist auch ein Geheimtipp für Wassersportler und Badegäste sowie für Wanderer, die die Talsperre umwandern können. 

Der Ruhe- und Natursuchende kann mit dem Okerseeschiff MS AquaMarin während einer Schifffahrt auf dem „Teich“ mit einer Wasseroberfläche von mehr als zwei Quadratkilometern und einer Tiefe von etwa 65 Metern viele schöne Buchten entdecken. Und ahnen, dass die Uferzonen ein eigenes Mikroklima mit vielen Überraschungen haben.

Die Talsperre ist ein Vorzeigeprojekt der Technik, die mit der Natur im Einklang lebt sowie eine Quelle kultureller Ästhetik für die Augen und streichelt nebenbei noch die Seele. 

Burkhard Budde

Gerechter Wohlstand

Gerechter Wohlstand

Moment mal

Gerechter Wohlstand

Von Burkhard Budde

Moment mal

Gerechter Wohlstand für alle

Auf einem Tisch steht eine Vitrine mit Eintopf. Um den Tisch sitzen hungrige Mäuler. Wie soll der Eintopf verteilt werden? Wer bestimmt die jeweilige Menge? Welche Maßstäbe gibt es bei der Verteilung? Mit welchen Absichten wird verteilt? Spielt die Qualität des Eintopfs eine Rolle?

Die Eltern tragen die Gesamtverantwortung. Kein Kind soll bei der Verteilung  vergessen werden, in Panik geraten oder gierig nur seinen Mund voll genug bekommen. Den Eltern ist der Zusammenhalt der Familie wichtig, dass die Kinder sich vertragen, zusammenhalten und teilen lernen. Der Laute soll dem Leisen, der Schnelle dem Langsamen, der Starke dem Schwachen helfen. Da sich die Rollen ändern können, legen sie Wert auf eine Werte- und Solidargemeinschaft.

Für die Eltern bedeutet eine solche Gemeinschaft, dass die Norm „Alle sollen fair behandelt werden“ sowie die Regel gilt, dass der Einzelne genau das bekommt, das er angesichts seiner konkreten Situation braucht. Das Kleinkind zum Beispiel wird anders behandelt als der große Bruder, jedem das individuell Seine. Die Eltern versuchen angesichts der begrenzten Möglichkeiten, sozialverträglich und ausgleichend zu handeln, aber auch die individuellen Leistungen und Bedürfnisse anzuerkennen. Sie wollen kein Kind einfach bevorzugen oder benachteiligen, sondern jedem einzelnen Kind gerecht werden. Keine einfache Aufgabe!

Noch komplizierter und komplexer wird es jedoch am Tisch des Sozialstaates angesichts der vielen Krisen, die gleichzeig bewältigt werden müssen und die die Preise explodieren lassen. Auch hier gibt es staatliche Hilfen, die begrenzt sind, aber auch Verteilungs-, Macht- und  Interessenkonflikte sowie Angst, Neid und Gier, zudem Moralkeulen sowie einen Überbietungswettbewerb von Wohltaten. Manche Töpfe haben Löcher im Boden. Und auf dem Weg zum Hilfsbedürftigen geht viel Inhalt verloren. Andere werden mit Hilfe von Krediten gefüllt. Und die Lasten zukünftiger Generationen werden verschwiegen.

Für die Verantwortlichen gibt es zwar keine Patenrezepte, wohl aber bewährte Erfahrungen und nachhaltige  Prinzipien: Schwächere brauchen die Solidarität der Stärkeren; beide sitzen an einem Tisch. Soziale Töpfe werden jedoch nicht automatisch gefüllt. Dynamische Wirtschaftlichkeit und soziale Sicherheit gehören im Rahmen eines widerstands- und erneuerungsfähigen Systems

zusammen. Leistungsgerechtigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe müssen gefördert werden, gleichzeitig Bedarfsgerechtigkeit und Solidarität. Fairer Ausgleich, reale Chancengleichheit und gezielte Anreize scheinen geeigneter als Gleichmacherei, Einseitigkeit oder plumpe Verteilung, um einen gerechten Wohlstand für alle zu erreichen. Keine einfache Aufgabe!

Gleichwohl hat jeder Mensch eine unverlierbare  Würde, die ihm von Gott geschenkt ist. Und diese Würde befähigt und ermutigt, seine Verantwortung für die gemeinsame Zukunft, die auch Verzicht bedeuten kann, am Tisch der Mit- und Nachwelt wahrzunehmen. Eine Daueraufgabe!

Burkhard Budde

Veröffentlicht im Westfalen-Blatt in Ostwestfalen und Lippe am 13.8.2022

in der Kolumne „Moment mal“

Keinen Zwang

Keinen Zwang

Moment mal

Keinen Zwang

Von Burkhard Budde

Unnatürlich

Leserbrief in WELT zum Kommentar „Der Streit ums Gendern“ 

Es gibt eine schleichende Normierung, die ohne offenen und toleranten Dialog geschieht. Studenten erzählen mir, dass sie ihre Arbeiten an Universitäten in Gendersprache verfassen müssen, wenn sie keine Nachteile bekommen wollen. Nicht nur der Öffentlich Rechtliche Rundfunk sowie Unternehmen gendern und passen sich den Vorschriften einer selbsternannten Sprachpolizei unkritisch an, sondern auch Anzeigenkunden, staatliche und gesellschaftliche Stellen.

Eine lautstarke Minderheit meint, dass sie im Recht sowie Retter der Gleichberechtigung  ist. Und eine Mehrheit schweigt immer häufiger, weil sie meint, in der Minderheit zu sein und weil ihr die Kraft zum Widerspruch fehlt.

Gender Aktivisten übersehen häufig die Schwächung der Sprachentwicklung und des Sozialen. Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, „Zweisprachler“, Ausländer, die Deutsch lernen (wollen), erleben zusätzliche sowie unnötige unnatürliche sprachliche Hürden. Wenn die Sprache ein wichtiger Schlüssel zur Integration ist, leistet das Gendern dort einen Bärendienst.

Ein möglicher Lösungsansatz bietet die Sprache der empathischen und toleranten Vernunft. Wer unbedingt gendern will, soll das tun, solange er damit keinen Zwang auf andere ausübt. Öffentliche Einrichtungen sollten nicht gendern. Sie sollten die gesellschaftliche Einheit der Sprache, die sich selbst weiterentwickelt und keine politischen Erzieher oder Gerichtsurteile braucht, achten und verteidigen.

Burkhard Budde 

Leserbrief (WELT vom 5.8.2022) zum Kommentar „Der Streit ums Gendern gehört nicht vor Gericht“ von Constantin van Lijnden (WELT vom 1.8.2022)

Fuchs und Hahn

Fuchs und Hahn

Moment mal

Fuchs und Hahn

Von Burkhard Budde

Moment mal

Rückkehr des Fuchses in seinen Bau

Er ist ein scheues Naturtier mit Sozialverhalten. In Fabeln kann er jedoch auch zu einem hinterhältigen Wildtier ohne zivilisierte Bremse werden. Manchmal bringt ein Fabeltier auch bittere und brutale Realität zum Ausdruck.

Die Rede ist von einem Fuchs, der einem Hahn zunächst schmeichelte: „Gehören wir nicht schon immer zusammen? Ich will zu dir kommen, damit du ein sicheres Leben führen kannst.“ Der Hahn jedoch durchschaute die Geschichtsfälschungen sowie die Macht- und Gebietsansprüche des Fuchses. „Bleib wo du bist“, antwortete der Hahn, „gerne können wir dann friedlich miteinander leben.“

Da zeigte der Fuchs sein wahres Gesicht. Mit geschichtlich falschen Verklärungen und spitzen Zähnen drang er brutal in das Reich des Hahnes ein. Er tötete alle, die sich ihm in den Weg stellten, auch unschuldige, wehrlose und hilflose Geschöpfe und verbrannte die Zivilisation, wo er es nur konnte.

Womit er nicht gerechnet hatte: Die Bewohner des Stalles wehrten sich tapfer, weil sie ihre Souveränität, Würde und Freiheit nicht aufgeben wollten.

Viele andere Mitgeschöpfe, die dieses verbrecherische Verhalten des Fuchses aus der Ferne verfolgten, waren empört, solidarisierten sich mit den Angegriffenen, halfen ihnen und ergriffen Gegenmaßnahmen gegen das Reich des Fuchses.

Es dauerte jedoch nicht lange, da hörte man einzelne Gänse aus anderen Ställen schnattern: Eine Stimme verharmloste den Fuchs, indem sie seine Propaganda einfach nachplapperte. Und nahm damit das Recht des Stärkeren in Kauf, das Lebensrecht anderer willkürlich mit Füßen zu treten. Eine andere Stimme wollte den Angegriffenen lieber nur halbherzig helfen, um nicht selbst zur Zielscheibe des Fuchses zu werden. Und übersah, dass der Angreifer dies als Schwäche missverstand. Eine belehrende Stimme forderte Fuchs und Hahn auf, sich sofort zu vertragen, als wenn es keine Unterschiede zwischen Täter und Opfer geben würde. Und eine verräterische Angststimme verlangte die Kapitulation vom Hahn, als wenn ein Diktat- und Vernichtungsfrieden das Ende des Hasses und Schreckens ohne neue Opfer bedeutete.

Von alldem blieb der Fuchs unbeeindruckt. Nur eine Stimme ärgerte ihn, die der solidarischen Stärke und klugen Vernunft gegen die Unvernunft:  „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ (Matthäus 10,16) Denn wer realistisch auf der Hut vor ihm blieb, nahm seinen Hass und Größenwahn, seine Lügen und Täuschungen wahr. Und konnte ihm taktisch klug sowie tatkräftig und wirksam Paroli bieten.

Auch einem realen Fuchs können kluge Köpfe und starke Hände gemeinsam widerstehen. Und die Realität mit allen notwendigen Mitteln so gestalten, dass der Fuchs in seinen Bau zurückkehrt. Und ein nachhaltiger Frieden in Freiheit und Sicherheit möglich wird.

Burkhard Budde

Veröffentlicht im Westfalen-Blatt in Ostwestfalen und Lippe am 6.8.2022

in der Kolumne „Moment mal“

Kinder als Vorbilder

Kinder als Vorbilder

Moment mal

Kinder als Vorbilder

Von Burkhard Budde

 

Moment mal

Kinder als gute Vorbilder

Eltern, so heißt es häufig, sollen ihren Kindern gegenüber gute Vorbilder sein, keine abschreckenden Beispiele schlechter Gewohnheiten, unzivilisierten Verhaltens oder boshafter Taten. Aber können Kinder, die keine Abziehbilder der Erwachsenen sind, auch ihren Eltern gegenüber gute Vorbilder sein?

Sicherlich, keine Idealbilder für Erwachsene sind trotzige Kinder, die sich auf den Boden werfen, wenn ihr Wunsch nicht sofort erfüllt wird. Oder nervige Kinder, die Erziehungsberechtigte auf die Palme bringen, weil Verständnis und Geduld wenig bewirken. Oder petzende Kinder, die andere Kinder ins schlechte Licht rücken, um selbst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Oder schlagende Kinder, die mit Wutanfällen und Schreien ihre Grenzen testen und bei denen selbst Kuscheleinheiten und ein konsequentes „Nein“ vergeblich erscheinen. Oder anhängliche Kinder, die wie eine Klette am Rockzipfel der Eltern hängen, weil sie eine übertriebene Angst vor  Selbstständigkeit haben.

Dennoch, so wird in der Bibel von Jesus überliefert, müssen Erwachsene „wie Kinder werden“, wenn sie in das Reich Gottes kommen wollen. Will Jesus mit diesem Hinweis provozieren? Müssen Erwachsene, die nach dem Ursprung, der Mitte und dem Ziel allen Lebens fragen, blauäugig und vertrauensselig werden, ihren Wissens- und Erfahrungsschatz über Bord werfen, sich zum Kind zurückentwickeln?

Die gute Nachricht ist jedoch  eine andere. Die Vorbildlichkeit von Kindern – „wie Kinder werden“ – kann Erwachsenen die Augen öffnen:  Wie Kinder bedürftig sind, so brauchen auch Erwachsene Zuwendung und Hilfe, bedingungslose Liebe, die Gott schenkt. Wie Kinder auf Orientierung angewiesen sind, so brauchen auch Erwachsene ein Gegenüber und einen Kompass der Liebe und Verantwortung, den Gott mit der biblischen Botschaft anbietet. Wie Kinder neugierig auf Neues sind, gerne dazulernen, Erwachsenen Vertrauen schenken, so brauchen auch Erwachsene Grundvertrauen zu den Zusagen des liebenden Gottes.

Jesus segnet die Kinder, weil sie als Vorbilder mit eigener Würde, Individualität und Originalität ein Segen sind – keine seelenlose Spielzeuge, kein Kitt einer kaputten Beziehung, keine Trophäe von Selbstverliebten. Kinder können später als Erwachsene lebendige Visitenkarten eines Gottes sein können, der die Tür zum Glauben selbst öffnet, um heilsame Gemeinschaft mit seinen Geschöpfen zu haben.

Burkhard Budde

Veröffentlicht im Westfalen-Blatt in Ostwestfalen und Lippe am 30. Juli 2022

in der Kolumne „Moment mal“