Zauber des Meeres

Zauber des Meeres

Moment mal

Zauber des Meeres

Von Burkhard Budde

Zauber des Meeres 

Wer sieht mit den Ohren

etwas Besonderes,

wenn das Licht mit den Wellen spielt?

Wer hört mit den Augen

etwas Einzigartiges,

wenn rauschende Wellen das Licht verzaubern?

Wer riecht mit den Händen

etwas Außergewöhnliches,

wenn sich Licht und Wellen reiben?

Der ahnt,

dass Ewiges im Endlichen

und Endliches im Ewigen lebt.

Wenn sich unbegrenzte Weite

mit unbekannter Tiefe

zauberhaft vereinen.

Burkhard Budde

Weg vom Abgrund

Weg vom Abgrund

Moment mal

Weg vom Abgrund

Von Burkhard Budde

Moment mal

Weg vom Abgrund 

Werfen wir gerade einen Blick in einen Abgrund? Ergreift uns ein Schwindel angesichts der vielen Krisen, die alle bisherigen Gewissheiten erschüttern? Zieht uns eine panische Angst vor einer unbekannten Zukunft in ein schwarzes Loch, aus dem es kein Entrinnen gibt? Spielt das Leben angesichts zerstörerischer Kräfte mit uns Roulette? Gehören wir bereits zu den Verlierern mit unwiderruflichen Verlusten?

Vor allem die Bilder grenzenloser Brutalität eines verbrecherischen Angriffs- und Vernichtungskrieges schreien nach Hilfe – nach Stärkung militärischer Verteidigungsmöglichkeiten und politischer Wehrhaftigkeit, um das Völkerrecht, die staatliche Souveränität und territoriale Integrität, wieder herzustellen. Und nach Unterstützung und Solidarität aller freien Länder, die selbst zu Objekten der Einschüchterung und Erpressung oder gar zur Begierde eines imperialen Größenwahns werden können.

Unbeschreibliches Leid, hemmungslose Zerstörung sowie die Toten schreien auch zum Himmel – nach einem Gott, der versprochen hat, seine Schöpfung und sein Ebenbild nicht im Stich zu lassen. Hört dieser Gott nicht das Seufzen der Verzweifelten? Sieht er nicht die Augen voller Tränen? Fühlt er nicht die Gefühle der Opfer? Fehlt dem Allmächtigen die Macht, Tätern, Mittätern, Bewunderern und Duldern des Unrechts das Handwerk zu legen?  Überlässt er der „Krone der Schöpfung“ den Sturz in den tiefen Abgrund von Verbrechen, Lüge, Gier und Tod – aber warum? Ist Gott etwa hilflos, abgestumpft oder gar zynisch, ohnmächtig in seiner „Allmacht“?

Im Glaubensbekenntnis, das Christen im Gottesdienst sprechen, heißt es, dass Christus kommen wird, „zu richten die Lebenden und die Toten.“ Erwarten Christen trotz oder gerade wegen der Abgründe ein göttliches Gericht, indem Gott das letzte Wort spricht? Hoffen sie, dass Gott selbst die Täter zur Verantwortung zieht und die Tränen der Opfer trocknet?

Das christliche Bekenntnis verharmlost nichts, verschleiert nichts, verschweigt nichts. Gott, der zwar seine Geschöpfe und Ebenbilder liebt, ist nicht der „liebe Gott“, der zu allem Ja und Amen sagt. Der mitleidende und selbstleidende Gott ist auch ein richtender Gott, der nach der Verantwortung fragt („Adam, wo bist du?!“). Und der keinen Menschen – auch keinen, dessen Hass stärker ist als die Vernunft – von seiner persönlichen Verantwortung loslässt.

Ein Blick auf diesen Gott kann die dunklen Wartezonen der Klagen, Zweifel, Schmerzen sowie des Schweigens erhellen. Und trotz allem neues Gott- und Grundvertrauen und Hoffnung sowie mutige und besonnene Tatkraft weg vom Abgrund wachsen lassen. 

Burkhard Budde 

Veröffentlicht im Westfalen-Blatt in Ostwestfalen und Lippe am 14.5.2022 in der Kolumne „Moment mal“

Unabhängiger Blick

Unabhängiger Blick

Moment mal

Unabhängiger Blick

Von Burkhard Budde

Unabhängiger Blick auf Krankenhausstrukturreform

F.A.Z. Leserbrief zum Kommentar „Lahmer Lauterbach“ 

Für den Kommentar „Lahmer Lauterbach“ möchte ich mich bedanken. Die Argumentation des Redakteurs erinnert mich an die Weisheit, dass es Frösche schwer haben, selbst einen Sumpf trockenzulegen. Die Regierungskommission kann nach aller Erfahrung harte Nussschalen einer Krankenhausstrukturreform leichter knacken sowie kreativer vordenken, wenn ihr weniger Bedenkenträger und Bremser, keine partikularistischen Lobbyisten und einseitigen Interessenvertreter angehören.  Dann ist ein „ungetrübter“ Blick – weniger populistisch und eigennützig sowie weniger machtpolitisch und prestigeträchtig – auf die ganze Krankenhaus- und Gesundheitslandschaft und ihrer möglichen Weiterentwicklung möglich.

Und gute Kommissionsarbeit schließt Expertisen bzw. gezielte und konkrete Gespräche mit Pragmatikern und Fachleuten oder Vertretern der Selbstverwaltung nicht aus.

Da Gesundheit ein kostbares öffentliches Gut ist, das Geld kostet und mit dem Geld verdient wird, und ein bestmögliches Gesundheitswesen im „öffentlichen Interesse“ ist, sind Ziele, Inhalte, Prozesse und Strukturen in diesem Bereich zu hinterfragen sowie zu erneuern. Besondere Herausforderungen sind unverdauliche Nüsse wie eine übertriebene Ökonomisierung, die vor allem einem optimierten Nutzen und einem maximierten Gewinn huldigt. Aber auch eine übertriebene Verrechtlichung und Bürokratisierung – wenn das Formular wichtige als der Mensch ist – belasten das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt, der mehr als nur ein Dienstleister, und dem Patienten, der mehr als nur  ein „Kunde“ ist. 

Es ist zu hoffen, dass die Kommission Vorschläge erarbeitet, die helfen, egoistische Rosinenpickerei und kurzsichtige Flickschusterei im komplexen Ganzen zu überwinden, einen fairen und kontrollierbaren sowie „gesunden“  Wettbewerb – Monopole neigen zum Machtmissbrauch –  zugunsten einer Versorgungsqualität und –sicherheit zu ermöglichen, die die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit im Rahmen einer gerechten Daseinsvorsorge stärken.

Dem Minister ist zu wünschen, dass er im Interesse des Gemein- und Bürgerwohls den politischen Willen und Durchsetzungskraft entwickelt sowie politische Verbündete findet, um die bestmöglichen Empfehlungen bestmöglich und zeitnah umzusetzen. Denn es geht nicht nur um eine nachhaltige und finanzierbare Struktur- und Organisationsentwicklung, sondern auch um mehr Fachlichkeit und Wirtschaftlichkeit, vor allem um mehr Menschlichkeit im Gesundheitssystem, das zudem unsere Gesellschaft zusammenhält und ihr ein humanes Gesicht sowie eine menschliche Seele geben kann. 

Dr. Burkhard Budde, Bad Harzburg 

Leserbrief zum Bericht „Lobbys in der Klinikreform ausgebootet“ und zum Kommentar „Lahmer Lauterbach“ von Christian Geinitz (F.A.Z. vom 3.5.2022), veröffentlicht am 10. Mai 2022

Weg vom Abgrund

Wertvolle Werte

Moment mal

Wertvolle Werte

Von Burkhard Budde

Am Wertehimmel tummeln sich viele Werte

Auf ein Wort

Wertvolle Werte 

Welche Werte haben einen besonderen Wert? Am Wertehimmel tummeln sich viele Werte:

Schöne Werte wie Vertrauen und Liebe, Offenheit und Toleranz, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Schäbige Werte wie Ausbeutung und Ausgrenzung, Heuchelei und Arroganz, autoritäre Belehrung und undurchschaubare Beeinflussung. Da tauchen Unwerte skrupelloser Machtmenschen auf, die sich hinter der Maske „guter Taten“ verstecken, vor allem nicht wahrhaben wollen, dass auch ihre Lebenszeit endlich und vergänglich ist und sie eines Tages für ihre Rücksichtslosigkeit zur Rechenschaft gezogen werden. Es gibt zudem Scheinwerte abgehobener Moralapostel, die keinen Widerspruch dulden. Im Gewand der Gerechtigkeit fordern sie Solidarität, sind jedoch selbst zu keinem Opfer bereit. Und wollen die Menschheit mit ihrem Besserwissen und Halbwissen  beglücken und erziehen.

Wer nicht träumt oder naiv ist, nicht heimatlos in seiner eigenen Heimat werden will, braucht neben schönen Werten auch besonders wertvolle Werte: Sie fallen nicht vom Himmel. Sie müssen vielmehr im Alltag und für den Alltag gedeutet, aktualisiert und konkretisiert werden. Da sie auch in Konkurrenz und in Spannung zueinander stehen – wie „Freiheit“, „Sicherheit“ und „Gleichheit“ – besteht die ständige Aufgabe, sie in speziellen Situationen abzuwägen und sich zu entscheiden. Und mit Leben zu füllen: Der Wert „Fairness“ beispielsweise  wird dann zur Norm „Du sollst dich fair verhalten“, zum Grundsatz „Auch die andere Seite ist zu hören“ oder zur Regel „Jeder soll die Chance zur Stellungnahme bekommen.“

Immer besteht die Gefahr, dass Werte, Normen und Regeln zugunsten einer rein profit-, macht-, interessen- oder zeitgeistorientierten Haltung verraten werden. Umso wichtiger bleiben schöne und wertvolle Werte, die als Kompass der Orientierung und Quelle der Kraft sowie als Florett der Vernunft helfen, einen Weg durch das Dickicht des Wechselspiels zwischen Eigenwohl und Gemeinwohl, zwischen Sein und Schein, Werden und Vergehen zu finden.

Eine Welt ohne christliche Werte wie Nächstenliebe, Freiheit im Glauben und Verantwortung vor Gott, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit würde seelenloser und ärmer. Mit christlichen Werten jedoch erhalten das eigene Haus des Lebens und unsere Gesellschaft einen menschlichen und sozialen Geist, der die erneuernde und versöhnende Gottesliebe für Christen und Nichtchristen mitten in der Realität aufleuchten lässt.

Burkhard Budde

Veröffentlicht am 14. Mai 2022 im Westfalen-Blatt in Ostwestfalen und Lippe in der Kolumne „Moment mal“ und am 15. Mai im Wolfenbütteler Schaufenster in der Region Wolfenbüttel in der Kolumne „Auf ein Wort“.

 

Würdig kämpfen

Würdig kämpfen

Moment mal

Würdig kämpfen

Von Burkhard Budde

„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens“

Moment mal

Würdig kämpfen

Ist das Leben immer ein Kampf?

Manche lassen sich wie ein Stück Holz im Strom treiben. Andere suchen lieber den Weg des geringsten Widerstandes. Wieder andere üben vornehme Zurückhaltung, weil sie kontroverse Auseinandersetzungen scheuen, sehen weg, hören weg, sprechen schweigend. Manche kapitulieren auch. Weil sie starr vor Angst sind, überlassen sie wehrlose Opfer und sich selbst lieber einem brutalen Aggressor.

Viele Normalsterbliche kämpfen jedoch für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben. Sie wollen weder Spielball ihrer Lebensbedingungen noch Marionette unsichtbarer Spieler sein. Sie versuchen selbstverantwortlicher und mitverantwortlicher zu leben, mit ihren Möglichkeiten Ungerechtigkeiten und Unwahrheiten, Krankheiten und Leiden zu bekämpfen.

In ihrer Phantasie können Neid-, Rache-, Eifersuchts- und Minderwertigkeitsgefühle sowie starke Selbstzweifel und irrationale Ängste auftauchen. Diese „lästigen Fliegen“ lassen sich nicht immer so schnell und so leicht vertreiben. Aber sie müssen nicht die Oberhand gewinnen und das eigene Leben vergiften, wenn Fenster mit frischen Gegenkräften geöffnet werden.

Auch die alte Empfehlung des Apostel Pauls an seinen Mitstreiter Timotheus, den „guten Kampf des Glaubens“ zu kämpfen, kann helfen, wenn das Leben zu einem Kampfplatz geworden ist.

Der Glaube an das Wirken des schöpferischen Gottes, der mitleidet und selbstleidet, schafft zwar die menschenverachtenden Geister nicht einfach aus der Welt. Er verkündet auch keine einfachen Durchhalteparolen, wohl aber schenkt er zuversichtliche Geduld und besonnene Tatkraft durch persönliche Gewissheiten: Du bist und bleibst durch Gott gewürdigt – unabhängig von und in deiner Situation. Du bist in deinem Kampf nicht allein, sondern stets „dennoch“ geborgen. Du muss kein Held werden, aber du kannst das Notwendige und Befreiende tun, wofür du verantwortlich bist. Und du kehrst bei allen Erfolgen und Niederlagen eines Tages zu deinem Schöpfer zurück, der dich in Ewigkeit vollendet.

Wer sein Super-Ego, aber auch seine Selbst- und Gottvergessenheit bekämpft, lebt mitten im Kampf als kämpfte er nicht, würdig, ohne fiese Trickserei oder blauäugige Moral, fällt souveräne Entscheidungen – mit den geistlichen Waffen der Liebe und Vernunft, gelassen und tapfer.

Und setzt sich für eine sichere und stabile Ordnung ein, in der nicht die Gesetze der Fäuste herrschen, sondern die Rechte aller durchgesetzt werden.

Burkhard Budde

Veröffentlicht am 30.4.2022 im Westfalen-Blatt in Ostwestfalen und Lippe

in der Kolumne „Moment mal“