Könige

Könige

Auf ein Wort

Augenweide mit Botschaft

Von Burkhard Budde

Auf ein Wort

Augenweide mit Botschaft 

Beim Anblick sind sie eine Augenweide: Die prächtig und farbenfroh gekleideten Sternsinger, die jedes Jahr weltweit unterwegs sind – um den 6. Januar herum, dem Fest der Erscheinung des Herrn („Epiphanias“). Als Heilige Drei Könige verkleidet, tragen sie auf ihrem Kopf eine Krone oder eine Mitra, gehen singend von Haus zu Haus, sammeln mit ihrer Dose Spenden für Kinder in Not und bringen den Segen zu den Menschen. Mit Kreide schreiben sie an die Türen der Häuser das Dreikönigszeichen: C+M+B, eine Abkürzung für die Namen der Könige Caspar, Melchior, Balthasar oder für Christus mansionem benedicat, was übersetzt „Christus segne die Wohnung“ heißt.

Der Tag der Heiligen Drei Könige, der ab dem Mittelalter gefeiert wird, hat eine spannende Geschichte. Er erinnert zunächst an eine biblische Quelle, die allerdings nicht von Königen, sondern von „Weisen“ berichtet (Matthäus 2,1ff.). Die Astrologen aus dem Morgenland haben einen besonderen Stern gesehen, folgen ihm, um den neugeborenen „König der Juden“ zu finden, zu huldigen sowie mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu beschenken. Zunächst erfahren sie in Jerusalem Heuchelei, in Wahrheit Ablehnung und Aggression. Doch die zunächst durch den König Herodes Geblendeten und Irritierten schaffen es schließlich, in Bethlehem – auch mit Hilfe des Sterns – dem „wahren König“ zu begegnen. Als sie das Kind in der Krippe entdecken und anbeten, wächst in ihnen eine tiefe Freude: Auch für sie und allen anderen Menschen aus der nichtjüdischen Welt ist Jesus als der „Retter der Welt“ geboren!

Eine spätere Legende hat dann aus Sterndeuter „Könige“ gemacht und ihnen die königlichen Namen (siehe oben) gegeben, die – im 14. Jahrhundert – die drei damals bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika symbolisierten.

Im späten 3. und frühen 4. Jahrhundert wurden die Gebeine der Heiligen Drei Könige von der Mutter des Kaisers Konstantin, Helena, nach Konstantinopel gebracht; von dort führte der Weg der Reliquien nach Mailand und 1164 nach Köln. In der mit fast 50 000 Einwohnern die wohlhabendste Stadt des damaligen Reiches – sie war u.a. das Zentrum der deutschen Goldschmiedekunst -, entstand der Kölner Dreikönigsschrein mit 74 Figuren und über 1000 Edelsteinen, in dem die Reliquien aufbewahrt wurden.

Kaiser Otto IV, der 1218 auf der Harzburg – ein Machtzentrum und Rückzugsort für Otto IV – starb und in Braunschweig – dem (Schutz-) Zentrum der welfischen Macht – im Dom beigesetzt wurde, war nicht nur ein Förderer des goldenen Schreins. Der Sohn Heinrichs des Löwen verewigte sich auch als „Vierter König“ neben den Heiligen Drei Königen auf der goldenen Frontplatte des als dreischiffige Basilika geformten Kunstwerkes. Im Kölner Dom, der ab 1248 gebaut wurde und der den Drei Königen geweiht wurde, ist der einzigartige Schrein mit dem künstlerischen Hinweis auf eine geschichtliche Verbundenheit mit der Stadt Heinrichs des Löwen und dem Tor zum Oberharz noch heute zu sehen.

Aber zurück zu den heutigen Sternsingern. In diesem Jahr lautet ihr Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Es ist ein politisches Motto, sich für Kinderrechte sowie für ihren Schutz und ihre Bildung zu engagieren. Wer ein Herz für Kinder hat, wird zum Beispiel auch nicht die Augen vor Gewalt gegen Kinder im Internet verschließen und den Datenschutz als Täterschutz missbrauchen lassen. Die christliche Botschaft von der Liebe Gottes zu allen Menschen, die jedem Einzelnen eine unverlierbare, unteilbare und unantastbare Würde schenkt, ist zugleich der ethische Kompass und die geistliche Kraftquelle, sich für die Schwachen und Wehrlosen einzusetzen, die keine Waren oder billige Arbeitskräfte, sondern von Gott geliebte sowie gewürdigte Könige mit eigenen Rechten sind.

Burkhard Budde

Reise ins Licht

Reise ins Licht

Klavierkonzert Nadejda Vlaeva

Reise ins Licht

Von Burkhard Budde

Ausnahmetalent mit grenzenloser Kunst

Sie elektrisiert mit ihrer einzigartigen Virtuosität, begeistert mit ihrer vollkommenen Technik, verbindet mit ungewöhnlicher Eleganz und Dynamik Strukturen und Formen, Abläufe und Spannungen eines Werkes, verzaubert mit ihrer Weltklassik am Klavier die Herzen:

Nadejda Vlaeva, die als Pianistin klassischer Werke wie die von Beethoven, Chopin, Ravel, Debussy und Busoni erkennbare Haltung zeigt, indem sie das musikalische Erbe selbst durchlebt und ihrem Publikum erlebbar macht.

Die außergewöhnliche Pianistin ist in Bulgarien geboren und lebt in New York City. Am Silvesternachmittag 2025 erlebten viele Freunde klassischer Musik ein Feuerwerk musikalischer Spitzenleistungen. In der Wandelhalle im Kurpark des Staatsbades in Bad Qeynhausen gelang es der charmanten und mit Charisma erfüllten Künstlerin zu faszinieren und zu inspirieren: Sie führte mit dynamischer Leichtigkeit und glaubwürdiger Authentizität ihre Zuhörer ins Licht einer Kunst, die Interpret, Werk und Zuhörer emotional vereint, die Grenzen der Emotionalität verschiebt sowie in dunklen Räumen bewegende Lichtstrahlen erfahrbar macht.

Die musikalische Reise ins Licht war wie eine Reise in die Tiefe und Weite der Seele, die berührt und bewegt wurde.

Burkhard Budde

Neues Jahr

Neues Jahr

Auf ein Wort

Wunschliste

Von Burkhard Budde

„Guten Rutsch“, „Happy New Year“

„Prosit Neujahr“, „Cheers to the New Year“

„Hals und Beinbruch“, „Break a leg“ („Viel Erfolg“)

„Glück und Segen“, „Luck and blessings“ 

Auf ein Wort

Wunschliste

Was steht auf der persönlichen Wunschliste für das neue Jahr? Zum Beispiel eine stabile Gesundheit und ein gerechter Frieden? Ein sicherer Arbeitsplatz und eine bezahlbare Wohnung? Eine intakte Familie und gute Freunde? Auch Erfolg, Lebensfreude und Lebensglück?

Manche scheinen wunschlos glücklich und zufrieden zu sein; sie bleiben in ihrem vertrauten Lebensraum auf der Scholle ihrer Erwartungen, weil ihnen nichts Wesentliches oder Aufregendes zu fehlen scheint. Ihr persönliches Wohlbefinden – „Happiness“ – erfüllt sie mit guten Gefühlen.

Andere wiederum wünschen sich und anderen laut und hörbar, sichtbar und schriftlich festgehalten „viel Glück und beschwören den gut gemeinten Wunsch durch ständige Wiederholungen, der jedoch auf Dauer formelhaft leer sowie unglaubwürdig kraftlos wirkt.

Wieder andere nehmen den Mund nicht so voll: Sie versuchen vielmehr, durch Fleiß und Anstrengungen ihres eigenen Glückes Schmied zu sein, obgleich sie das kurzfristige Zufallsglück – „Luck“ – nicht machen können, das allerdings allein auch nicht glücklich macht.

Manchmal winkt allen das Glück einer schönen Glückskatze im Schaufenster des Lebens oder das von Glücksrittern mit Dauerlächeln, wobei auf ein kurzfristiges Vergnügen – „Pleasure“ – oder auch durch blinde Naivität häufig eine bittere Enttäuschung vorprogrammiert ist.

Dennoch kann es sinnvoll sein, eine persönliche Wunschliste mit Schwerpunkten zu gestalten. Sie ermöglicht zum Beispiel Klarheit über wichtige Lebensinhalte und angestrebte Lebensziele, Hoffnungen und Erwartungen, aber auch Ängste und Sorgen.

Ohne Wünsche, die vom Wunsch nach einem glücklichen und erfüllten Leben beflügelt werden, würde ein Vakuum entstehen: Das Gift des Pessimismus – „Die Tür bleibt ohnehin verschlossen.“ – übernähme die Regie. Oder die undifferenzierte Schwärmerei – „Jede Tür lässt sich stets von jedem öffnen.“ – gäbe den Takt vor.

Mit Lebenswünschen, die mit Glück rechnen, wird ein Funke neuen Lichtes in einem Menschen entfacht, der selbst zum Licht in der kalten Finsternis wird, indem er für dieses Lebenslicht kämpft und sogar im Unglück die Tür zum Glück offenhält – auch wenn nur für einen Spalt oder für kurze Zeit. Finsternis wird erträglicher oder sogar vertrieben. Zusammenhalt und Haltung werden gestärkt. Ein neues Leben in Würde und Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit gewinnt an Gestalt.

Vielleicht verbergen sich diese beglückenden Lichter, die stärker sind als alle Finsternis, hinter den Wünschen „guten Rutsch“ (eigentlich „Gut Rosch“, „guter Anfang“, „gute Reise“), „Prosit Neujahr“ („Es möge gelingen“) oder „Hals- und Beinbruch“ im Sinne des jüdischen Wunsches, der nichts mit unglücklichen Verletzungsgefahren zu tun hat, sondern „Glück und Segen“ meint.

Denn, brauchen nicht alle Menschen auf ihren Lebenswegen „Glück“ und den Wunsch aller Wünsche: Den Glauben an glückliche Momente sich öffnender Türen angesichts der vielen Ängste und Sorgen in verschlossenen Räumen – das Licht fester Zuversicht?

Wer der göttlichen Botschaft des Lichtes „Siehe, ich mache alles neu!“ glaubt, ihr eine Wirkmacht zutraut, kann einen Lichtblick der Ewigkeit in seinem Herzen verspüren und diese froh- und neumachende Glückserfahrung mit Kopf und Herz weitergeben, damit die Finsternis heller und wärmer wird. Darum steht ganz oben auf der Wunschliste vieler: Viel Glück und Gottes Segen!

Burkhard Budde

Geheimnis der Liebe

Geheimnis der Liebe

Frohe Weihnachten

Geheimnis der Liebe

Von Burkhard Budde

 

Das Geheimnis der Liebe

Was erfüllt das Herz, wenn es vor Sehnsucht brennt?

Wer versucht den Zauber zu erklären, ohne ihn zu verklären?

Kein Achselzucken, kein Kopfschütteln,

kein Besitzstreben, kein Habenwollen.

Nur neugierige Augen, offene Ohren,

zärtliche Berührungen, tastende Versuche

können der Botschaft der Rose auf die Spur kommen.

Diese ewige Rose ist ein reales Geschenk.

Sie ist dem Geheimnis des Lebens entsprungen.

Ihre Wurzeln sind in die Tiefe der Seele,

ihre Stängel in die Höhe des Geistes eingedrungen.

Ihre Dornen schützen und geben Halt,

ihre Knospen sind weit geöffnet und laden zum Staunen ein.

Ihr Duft entfaltet sich und wirkt selbst in der Finsternis,

ihre Blüte spricht zärtlich eindeutig: Uns blüht das Leben, nicht der Tod.

Ein Blümelein des Glaubens,

so klein und so zerbrechlich,

so hoffnungsvoll und doch so verzweifelt.

Es kann in jeder Lebensphase

Sinn und Liebe,

Freiheit und Frieden,

Neuanfänge und Versöhnung

schenken.

Damit der von Gott Geliebte getröstet wird

und auf sichtbaren Spuren

der unsichtbaren Liebe Gottes

wieder mutig und froh gehen

sowie selbst lieben kann.

Burkhard Budde

Weihnachten

Weihnachten

Auf ein Wort

Sich auf Weihnchten freuen?

Von Burkhard Budde

Auf ein Wort

Sich auf Weihnachten freuen?

Kann in der Finsternis der Welt Freude aufkommen?

Viele freuen sich auf das Weihnachtsfest: Schließlich wird die Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit gestillt. Endlich kommt die Familie wieder zusammen. Und feiert ein gut vorbereitetes Fest in einer besonderen Atmosphäre – mit geschmückter Tanne und einem üppigen Festmahl; mit leuchtenden Kinderaugen und wertvollen Geschenken; mit vertrauten Melodien und vielen Lichtern. Überhaupt werden eigene Kindheitserinnerungen an die „gute alte Zeit“ geweckt. Schließlich und endlich braucht die liebe Seele doch auch einen emotionalen Gegenpol zum Alltag, der eine Gänsehaut auslösen, das Herz berühren und liebe Personen wieder ins Gespräch und zum Lachen bringen kann.

Ein Leben ohne das Weihnachtsfest wäre in der Tat wie ein Leben ohne Auszeiten und ohne Höhepunkte, ohne (Vor-) Freude). Die Tretmühle des Alltags, eine gähnende Langeweile ohne Austausch und Überraschungen, aber auch die Tretminen wie Hass und Gewalt, üble Nachreden und Bosheiten sowie Krisen nähmen dem Leben auf Dauer die Luft zum Atmen.

Weihnachten kann jedoch auch eine große Familienparty sein, die manchmal wegen zu hoher Erwartungen und unterdrückter Konflikte oder auch wegen eines übertriebenen Gefühlskitsches misslingt und enttäuscht. Aus einem Fest der Liebe wird dann schnell ein Fest des Streites oder der Heuchelei; einer Familie wird ein Spiegel vorgehalten, der in viele Teile zerbricht, wobei jede Feier einen eigenen Charme und eine persönliche Note hat, aber eben auch ein spezifisches und gewachsenes Konflikt- und Spannungspotential.  

Allerdings wird Weihnachten zu einer faszinierenden Perle in einer dekorativen Ringfassung, wenn die religiösen Wurzeln nicht vergessen werden. Wenn sich Teilnehmer der Feier auf die Suche nach dem Grund und den Wurzeln der Feier begeben, verlassen sie die Feier auch nicht ohne Sinnerfahrungen. Sie erleben einen grundlegenden und sinnstiftenden Tiefgang für ihren Alltag.

Dabei kann zum Beispiel helfen, die biblische Weihnachtsgeschichte in der Familie vorzulesen und zu bedenken. Oder ein gemeinsamer Gottesdienstbesuch, der die Augen für das Geburtstagskind öffnen kann.

Das Geburtstagskind Jesus – die einzigartige Perle des Festes, – wird zum Geburtshelfer neuer Gewissheiten: Gott ist kein Gegenstand, sondern ein lebendiger Gott mit Herz, der dem ihm Vertrauenden begegnet – auch in sozialer Armut und Konflikten, menschlicher Hilflosigkeit und Ohnmacht sowie in religiöser Heimatlosigkeit und allen Ängsten. Ein Mensch muss nicht länger Gott oder den Erlöser in eigener Sache spielen, sondern er kann vor und mit der Hilfe seines liebenden Schöpfers, der in Jesus Mensch geworden ist, Mensch bleiben und das Unmenschliche bekämpfen lernen.

Dieser Gott grüßt mit seiner Botschaft in Wort und Tat auch den, der seinen Gruß ignoriert, nicht zurückgrüßt oder ihm hochmütig den Gruß zu verbieten und ihn aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen versucht. Aber wer die Tür seines Herzens öffnet, ob er nun dickhäutig oder dünnhäutig, gleichgültig oder überheblich ist, wird in dem wehrlosen und bedürftigen Kind in der Krippe den Gott erleben, der Licht in jede Finsternis bringt. Dem Vertrauenden fallen dann Steine vom Herzen, wenn der Geist Gottes in sein Herz eingezogen ist; er selbst wird in seiner Finsternis zum befreiten und freien Menschenfreund, der geschenkte Liebe in Vernunft und Verantwortung weitergibt und tiefe Lebensfreude verbreitet.

Burkhard Budde

Veröffentlicht u.a. am 3.12. 2025 in der Goslarschen Zeitung; am 21. 12. 2025 im Wolfenbütteler Schaufenster.