Höflichkeit

Höflichkeit

Auf ein Wort

Höflichkeit

Von Burkhard Budde

Auf ein Wort

Gehässigkeit statt Höflichkeit? 

Verkümmert die Höflichkeit? Sind einzelne Politiker – bitte nicht verallgemeinern und alle unter Generalverdacht stellen! – wie freigelassene Raubtiere, die gierig und rücksichtslos ihre Opfer suchen, um ihren Hunger nach Ruhm, Reichtum und Macht zu stillen? Und haben sie vergessen, dass ihr Ansehen, Überfluss und Wille, sich gegen Widerstände durchzusetzen wie Schnee an der Sonne vergänglich sind und deshalb ein Verfallsdatum haben. Dass ihre fanatischen Follower und berechnenden Lakaien heute noch klatschen, aber schon morgen ihr Idol oder ihren Halbgott wie eine heiße Kartoffel fallen lassen und auspfeifen können, wenn die Seifenblasen der Wichtigtuerei und der leeren Versprechungen bei der Berührung mit der Wirklichkeit geplatzt sind und sie enttäuscht selbst keine Vorteile mehr für sich sehen.

Es gibt aber nicht nur politische Rüpel und ideologische Flegel, sondern auch unhöfliche und selbstbezogene Menschen im Beruf und in der Gesellschaft. Davon können Mitmenschen berichten, die sich gedemütigt fühlen, weil sie von „eitlen Pfauen“ wie Luft oder wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Oder die sich verletzt fühlen, weil sie wegen ihrer anderen Lebensweise, ihres Geschlechtes, ihrer Religion oder ihrer Gesinnung von gehässigen „Polterern“ verbal angegriffen und zum Schweigen gebracht werden.

Die Liste der unhöflichen und verletzenden Gewohnheiten sowie menschenverachtenden Geschmacklosigkeiten ist lang. Sie sind jedoch nicht nur auf „großer Bühne“ zu erleben, sondern auch im Kleinen: Zwei befreundete – und verliebte? – Menschen, die im Café an einem Tisch sitzen, spielen mit ihrem Smartphone und gönnen sich kaum ein Wort. In einer Gaststätte schlürft und schmatzt ein Gast, lobt mit vollem Mund die Speise und reinigt stolz mit einem Zahnstocher seine Zähne, während der Kellner mit offenem Mund Kaugummi kauend den Nachtisch bringt. Einer bohrt unbekümmert in seiner Nase. Ein anderer erwidert keinen Gruß. Wieder einer beschwert sich im rüden Ton über eine Warteschlage. „Danke“ und „Bitte“ scheinen immer häufiger Fremdwörter zu werden usw. usw.

Doch es gibt auch eine angeknipste und künstliche Höflichkeit: Da wird nach oben gebuckelt und nach unten getreten. Da wird freundlich gelächelt und unter dem Tisch getreten. Da wird die Person in ihrer Gegenwart über den grünen Klee gelobt und in ihrer Abwesenheit schlechtgemacht.

Höflichkeit sollte jedoch mehr sein als ein schöner Zierrat, mehr als ein verlogenes Gesellschaftsspiel, mehr als ein eitler Etikettenschwindel einer Ellenbogengesellschaft. Warum? Weil wahre Höflichkeit ein Schlüssel zu einem gelingenden Leben ist, der das Zusammenleben erleichtert und zu einem besseren Klima mit besseren Ergebnissen beiträgt, wenn Sach- und Beziehungsebene unterschieden werden. Man kann auch zu einem Andersdenkenden ehrlich höflich, im Ton freundlich, in der Sache jedoch klar sein.

Wer aufrichtig höflich ist, kann sich auf dem Parkett des Lebens freier und sicherer bewegen. Gepaart mit Anstand, Freundlichkeit und einer Prise Humor – kann er zu einer lebendigen Visitenkarten werden, zu einem erlebbaren Zeichen starker Souveränität und innerer Freiheit, so dass die Tür zu einer Vertrauens- und Verantwortungskultur geöffnet bleibt.

Burkhard Budde

Tarnmasken

Tarnmasken

Auf ein Wort

Leben ohne Tarnmasken

Von Burkhard Budde

Auf ein Wort

Leben ohne Tarnmasken 

Zwei brave Bürger liebten die Maskenzeit. Sie suchten regelmäßig Orte und Zeiten des ritualisierten Frohsinns auf. Sie freuten sich, endlich nicht kuschen zu müssen, sondern kuscheln zu können; in neue Rollen oder in eine Lieblingsrolle zu schlüpfen, damit die Phantasie beflügelt und das Selbstbewusstsein gestärkt wird; mit Gleichgesinnten organisiert oder spontan zu feiern und zu tanzen – das gehörte neben ihrem eintönigen Alltag dazu wie der Genuss zu einem Menü.

Mit der kleinsten Maske der Welt, einer rot leuchtenden und kugelroten Pappnase, machten sie sich auf den Weg, um in die atemberaubende und farbenfrohe Sonderwelt einzutauchen.

Doch zunächst mussten sie ihre alte Welt hinter sich lassen: Die Spaßverderber, die mit bösen Blicken auf sie herabschauten oder sie mit arroganter Gleichgültigkeit ignorierten. Die Teufelchen, die gerne die Macht der Gewohnheit mit Hochmut und Übermut mächtig durcheinanderwirbelten. Die Engelchen, die unbekümmert, unkritisch und unerfahren den Ernst der Lage angesichts von heimlichen Schlägen weit unter der Gürtellinie viel zu spät erkannten. Auch die Teufel, die Unschuldsengel spielten und sagten, dass sie von nichts gewusst hätten. Oder die Engel, die als Teufel verkleidet waren, um mächtig zu wirken, aber nur ohnmächtig waren.

Endlich kamen die braven Bürger mit ihrer Maske in der bunten Gegenwelt an. Und konnten über das Spiel mit aufdringlicher Nähe und befreiender Distanz, mit bitterem Ernst und lockerer Lebensfreude herzhaft lachen – sich vor Lachen auf ihre Schenkel schlagen, manchmal hämisch, manchmal auf Knopfdruck, manchmal auch an der falschen Stelle und zum falschen Zeitpunkt: Über den quirligen Witzbold, der ihnen das Wort im Munde verdrehte; den dummen August, der wie ein ahnungslosen Kind auftauchte; den Weißclown, der wie eine normierte Marionette erschien; den Hofnarren, der mit unangenehmen Wahrheiten provozierte. Aber auch über den brüllenden Löwen, der als Bettvorleger endete; das scheue Reh, das Hals über Kopf vor gehauchten Küssen flüchtete; die lahme Ente, die sich nicht mehr so recht freuen konnte und eine tragische Figur abgab.

Nach diesem Ausflug in die lustige und bizarre Nebenwelt setzten die braven Bürger wieder ihre Alltagsmaske auf, um nicht aufzufallen, vor allem damit ihre Gefühle und Gedanken versteckt blieben und ihnen niemand den Marsch blasen konnte. Nur heimlich hielten sie ihre Nasen in den Wind, um nach ihrer eigenen Besonderheit und Erhabenheit zu schnüffeln. Vor allem trieb sie die Angst um, dass jemand ihnen die Maske vom Gesicht herunterreißen und sie ihre Maske hinter den Masken loswerden könnten.

Erst als sie ungeschminkt in den Spiegel schauten, entdeckten sie ihr wahres Gesicht – ihre angeborene und unverlierbare Würde. Und sie beschlossen, ihre Bravheit nicht mit Unwürdigkeit zu verwechseln, nicht mit blindem Gehorsam oder ängstlicher Sturheit. Sondern sich mit begründetem Vertrauen für ein erneuertes neues Leben mit begründetem Vertrauen, in souveräner Freiheit und wehrhafter Sicherheit einzusetzen. Ohne zeitliche oder örtliche Beschränkung. Ohne billige Tarnmasken, die aus Träumen Albträume machen.

Aber vielleicht muss man manchmal auch eine menschliche Maske tragen, um das eigene oder fremde Gesicht ertragen zu können – mit einem liebenden Blick.                                         

Burkhard Budde

Zum Glück

Zum Glück

Auf ein Wort

Auf dem Weg zum Glück

Von Burkhard Budde

Auf ein Wort

Auf dem Weg zum Glück  

Glück kann einen Menschen beflügeln; Unglück jedoch einen Menschen aus der Bahn werfen. Manchmal liegen Glück und Unglück auch dicht beieinander. Ein Mensch trägt zum Beispiel eine Brille. Und dennoch sucht er nach ihr. Er verfügt über eine robuste Gesundheit, geistige Beweglichkeit, soziale Kontakte, intakte Familie, berufliche Erfolge. Und dennoch ist er unzufrieden und fühlt sich todunglücklich.

Ein Mensch, der gesund ist, kann seines eigenen Unglückes Schmied sein:

Sein Geiz vergisst, dass sein letztes Hemd keine Taschen hat.

Oder – das andere Extrem – seine Verschwendung übersieht, dass er eines Tages ohne ein eigenes Hemd dasteht, wenn er alle seine Hemden aus dem Fenster geworfen hat.

Oder der Schmied seines Unglücks schadet sich durch seine Gier selbst, weil er den Hals nicht voll genug bekommt und daran zu ersticken droht. Oder sein Neid, sein ständiges Vergleichen mit anderen, macht ihn zum antriebslosen und ungenießbaren Neidhammel, der andere gerne ausbremst. Und sein Zynismus, der sich über das Unglück anderer freut und am Glück anderer leidet, führt ihn direkt in die Verbitterung und die Isolation.

Es gibt zwar keine Königswege zum Glück, wohl aber kann ein Glücksschmied sein eingeschlafenes Glück in gewisser Weise wachküssen: Indem er ständiges Nörgeln und Meckern, seine negativen Gedanken und sein Selbstmitleid überwindet und sich auf seine eigenen Stärken und Fähigkeiten, Möglichkeiten und Perspektiven konzentriert. Indem er Selbstvertrauen entwickelt und Teilen lernt, zum Beispiel Geld, Besitz, Zeit, Lebensfreude, Gemeinschaft, ja sogar Liebe, denn Liebenden wird nicht nur Freiheit, sondern auch Glück geschenkt.

Das Glück ist kein Gegenstand, den man kaufen und erwerben kann. Vielmehr ist es wie ein scheues Reh; kaum hat man es gesehen, schon ist es im Dickicht wieder verschwunden. Aber wer nur am eigenen Herd sitzen bleibt oder vor dem Fernseher hockt oder nur mit dem Smartphone beschäftigt ist, wird nie ein Reh entdecken, beobachten und erleben können.

Und wer sich das Lachen selbst verbietet, weil doch alles so schlimm und schrecklich ist, wird eines Tages als Griesgram in die ewigen Jagdgründe gehen.

Nicht nur eine Prise Humor kann entkrampfen und befreien, sondern auch ein geflügeltes Wort kann Flügel bekommen und einen Menschen in beglückende Horizonte tragen: „Carpe diem“ („Pflücke den Tag“), erlebe den Tag als deine wertvolle und einmalige Lebenszeit, indem du ihn genüsslich beim Schopfe fasst. Und gleichzeitig den Wahlspruch der Aufklärung beherzigst „Sapere aude“ („Wage es, weise zu sein“.), damit nicht im Glück das Unglück um die Ecke kommt.

Ein Mensch kann Glück haben und glücklich sein; er kann Begeisterung und Verantwortung verspüren, wenn er „mehr Glück als Verstand“ hatte – einen Schutzengel erlebte, den Gott, der kein Glücksbringer oder Zauberer ist, wohl aber Sinn- und Kraftquelle neuen Glücks auf dem Weg zur Glückseligkeit.

Burkhard Budde

Führung

Führung

Auf ein Wort

Führungspersonen gesucht

Von Burkhard Budde

Auf ein Wort

Führungspersonen gesucht 

Welche Führungspersönlichkeiten brauchen wir? Und welche wünschen wir uns in Staat und Gesellschaft?

Die Beantwortung hängt sicherlich von der Aufgabe und der Situation ab. In einem Krankenhaus zum Beispiel sind im Operationsbereich andere Personen gefordert als in der Verwaltung. In einem Unternehmen trägt der Vorstand eine Gesamtverantwortung; jeder Mitarbeiter „nur“ eine Teilverantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg. In einem gemeinnützigen Verein gibt es zwar einen Vorstand, aber er kann keine ehrenamtlichen Mitstreiter „einfach“ verpflichten, bestimmte Tätigkeiten auf Dauer wahrzunehmen. Und wenn es brennt, kann sich keine Feuerwehrführung lange Diskussionen leisten; es muss vielmehr sofort gehandelt werden. In allen Lebensbereichen ist anzuerkennen, wenn Menschen Verantwortung übernehmen, Gesicht zeigen, ihren Kopf in brenzligen Situationen hinhalten, nicht einziehen und auch nicht ihre Verantwortung im Alltagsgeschäft wie Zucker im Tee verschwinden lassen.

Das gilt auch für Führungspersönlichkeiten in einer freiheitlichen und parlamentarischen Demokratie – in einer Staats- und Lebensform, in der politische Herrschaft durch freie Wahlen legitimiert und zeitlich befristet ist, Menschenrechte und Gemeinwohlverpflichtung sowie die Gleichheit aller vor dem Gesetz Maßstäbe für alle sind; in der die Gewaltenteilung sowie das Gewaltmonopol des Staates gelten, damit Schwache geschützt und Starke kontrolliert werden können.

Zur demokratischen Führung gehört ein besonderer Dienst. Politiker disqualifizieren sich als demokratische Diener (lat. „Minister“ = Diener) selbst, wenn sie sich hemmungslos überschätzen, weil sie sich überlegen fühlen, wenn sie rücksichtslos giftige Pfeile gegen Andersdenkende schießen, weil sie meinen, bessere Menschen zu sein; wenn sie geschichtslos übermütig werden, weil sie sich als der Nabel der Welt verstehen. Demokratische Führung braucht keine autoritären Führer, auch keine scheinheiligen Verführer, keine unkritischen Mitläufer, die mal die politische Brechstange, mal die Moralkeule schwingen.

Aber – auf der anderen Seite – braucht unsere lernende Demokratie auch kein ängstliches Aussitzen von Problemen, keine Suche nach einem Sündenbock, der von eigenen Versäumnissen ablenken soll, kein Waschen der Hände in Unschuld, wenn proaktives und entschiedenes, wehrhaftes und solidarisches Handeln angesagt ist.

Vielleicht wird am Wahltag ein demokratischer Traum wahr: Es werden vertrauenswürdige Führungspersonen gewählt, die aus dem Volk kommen und für das Volk arbeiten wollen, mit denen viele sich gerne identifizieren, die ein politisches Rückgrat ohne Schere im Kopf und einen ethischen Kompass ohne ideologische Scheuklappen haben, die vor allem nicht nur Interessen-, Macht-, Wahrnehmungs- und Beziehungskonflikte moderieren und ausgleichen, sondern insbesondere pragmatisch und mit Sachverstand führen können, indem sie begründete Entscheidungen treffen – souverän und leidenschaftlich, unabhängig vom Parteien-, Gruppen- oder Netzwerkwohl sowie von einer Expertengläubigkeit, kompetent und vorausschauend, jenseits lähmender Einmütigkeit oder zerstörerischer Zänkerei, vielmehr ganz im Geiste der Würde des Grundgesetzes, im menschen- und gemeinwohlfreundlichen Bewusstsein der „Verantwortung vor Gott und den Menschen.“

Burkhard Budde

Empörung

Empörung

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Empörung reicht nicht

Von Burkhard Budde

Abenteuer Demokratie Cover

Auf ein Wort

Empörung reicht nicht 

Viele sehnen sich nach Harmonie. Doch eine „konfliktfreie Welt“ wäre die Vorstufe zur Hölle: In einer Willkür- und Gewaltherrschaft gibt es zwar offiziell keine Konflikte; dafür aber die brutale Unterdrückung Andersdenkender. Selbst wenn ein Diktator ein demokratisches Kostüm trägt und Scheinwahlen durchgeführt werden, existieren keine individuelle Würdegarantie, keine Grund- und Menschenrechte sowie keine echte Gewaltenteilung mit unabhängigen Gerichten und freien Medien.

Aber es „menschelt“ auch in der freiheitlichen Demokratie, die dem Grundgesetz als Norm aller Normen verpflichtet ist, und in der Konflikte – Macht-und Interessenkämpfe, Verteilungs- und Beziehungskämpfe, vor allem Wahrnehmungs- und Deutungskämpfe – öffentlich, friedlich und fair nach Spielregeln und anerkannten Verfahren ausgetragen werden sollen:

Im Eifer des Gefechtes zeigen manche Akteure und Beobachter spontan ihre Empörung, um mit diesem Ventil ihrem Ärger oder ihren Befürchtungen Luft zu machen. Für andere ist die „Empörung“ ein taktisches Manöver, um von eigenen Fehlern oder Versäumnissen abzulenken. Wieder andere gießen gerne Öl ins Feuer der Gefühle der Empörten, erzeugen dadurch einen Flächenbrand, waschen jedoch anschließend ihre Hände in Unschuld und erklären sich als Feuerwehr und Retter der Demokratie.

Manche Riesen kriechen aus ihren Höhlen und schwingen ihre weltfremden Moralkeulen, obwohl sie nur als Zwerge wahrgenommen und nicht gehört werden. Manche Zwerge wiederum erheben ihre Zeigefinger, meinen dass sie Riesen seien, sind entrüstet und vergessen, an ihre eigene Nase zu fassen. Stets stellen sich Mitläufer oder Hinterherläufer ein, die die Schau(-fenster)kämpfe nicht durchschauen (wollen), dass es nämlich häufig nicht um Sachkompetenz, sondern nur um den Schein von Kompetenz geht. Und dass Taktik und Strategie keine inhaltlichen Auseinandersetzungen und einen zivilisierten Umgang ersetzen, der Person und „Sache“ unterscheiden kann. Denn hat nicht auch der politische Gegner eine unantastbare Würde, die es zu achten und zu verteidigen gilt?

Die Demokratie als Form staatlicher Herrschaft und gesellschaftlicher Integration braucht Demokraten, die im Wettbewerb und konstruktiven Streit um begründetes Vertrauen der Bürger werben und durch freie und geheime Wahlen mit legitimierter Macht auf Zeit ausgestattet sind, dem Gemeinwohl zu dienen. Gewaltfreie Demonstrationen können Weckrufe und Ventile für eine Empörung sein, aber kein Ersatz für demokratische Institutionen wie einem Parlament. Denn wo sonst haben leise oder verstummte Stimmen eine Chance politisch gehört zu werden?

Wer auf der sicheren Bühne sitzt oder am Seitenrand des Spielfeldes steht, sollte nicht vergessen: Beim besonderen Spiel der Demokratie sollte nicht die Demokratie selbst aus dem Blickfeld geraten: Verlierer im fairen Kampf um Mehrheiten müssen gewinnen und Gewinner müssen verlieren können. Kein Spieler ist gleichzeitig Schiedsrichter des Spiels. Und das eigentliche Spielziel aller demokratischen Kräfte sollten Lösungen in der Sache, der wechselseitige Vorteil und Nutzen aller sein – die begehbare und stabile Brücke, die zum allgemeinen Wohl, zur verantwortlichen Freiheit und zum persönlichen Glück führt.

Burkhard Budde