Auf ein Wort

Hoffnung gegen die Angst

Von Burkhard Budde

Auf ein Wort 

Hoffnung gegen die Angst 

Es ist nicht immer so einfach, die richtigen Worte zu finden. Aussagen, die einen Trauernden trösten, erreichen nicht automatisch einen anderen. Zu unterschiedlich und individuell sind die Situationen und Personen, die Verhältnisse und Bedingungen, die Prägungen, Erfahrungen, Lebensgeschichten, Überzeugungen und Gewissheiten.

Es gibt kein „gutes Wort“ für „alle Fälle“.

Doch es gibt Einladungen, über das Leben, das vergänglich – auch ewig? – ist, nachzudenken.

Vielleicht helfen meine spirituellen Aphorismen, meine kurzen Gedanken: 

Was bleibt?

Ein Fluss, der endlich ist,

mündet in das Meer des Lebens.

Er hört auf, ein Fluss zu sein.

Doch das Wasser bleibt geborgen  –

In Zeit und Ewigkeit.

Die begrenzte und endliche Form des Lebens vergeht, zum Beispiel Kindheit und Jugendzeit, Ausbildung und Beruf, Höhen und Tiefen, Liebe und Freundschaft, Scheitern und Enttäuschungen, Brüche und Widersprüche, Alter(n) mit spezifischen Krankheiten. Aber es gibt auch befreiende Übergänge in größere, schönere, wahrere und wesentlichere, unbekannte Zusammenhänge hinein, in denen ein Mensch letzten Schutz und letzte Geborgenheit finden kann. Und die Kontinuität zwischen Vergehen und Bleiben ist schon jetzt durch das Wasser des Lebens gewährleistet – durch die Würde und Liebe, die keiner verliert.

Eine weitere Meditation von mir:

Kein Vergessen?

Hab keine Angst, sagt die Rose,

die eine Knospe entwickelt,

zum Vergissmeinnicht.

Uns allen blüht der Tod,

er welkt uns nicht.

Uns erwartet am Ende der Beginn

von etwas Neuem, Wunderschönen.

Da fragt das Vergissmeinnicht die Rose:

Und wenn du verblühst?

Du wirst nicht vergessen,

antwortet die Rose. 

Der Tod, der zum Leben dazugehört, hat nicht das letzte Wort. Die Knospe trägt schon Neues in sich, schenkt Hoffnung auf Unsterblichkeit im treuen Erinnern und in einer liebenden Beziehung. Und es gibt das Vertrauen in Gottes unsichtbare Hand, die in der durchbohrten Hand Jesu Christi schon mitten im Leben im Zutrauen auf neues Leben durch Gott erfahrbar ist: „Meine Zeit steht in Gottes Händen.“ (Psalm 31,16).

Keiner sollte zu klein vom großen Gott denken, der immer noch für eine Idee gut ist, die die Vernunft nicht fassen kann.

Burkhard Budde