Auf ein Wort
Kinder sind willkommen
Von Burkhard Budde
Auf ein Wort
Kinder sind willkommen
Für viele Eltern gehören Kinder zum gemeinsamen Lebensglück. Sie erleben, dass Kinder ihr Leben positiv verändern und ihre Beziehung bereichern können, indem sie ihnen neuen Sinn und Freude schenken. Gerne nehmen Eltern ihre neue und gemeinsame Verantwortung für ihre Kinder wahr.
Auch wenn Kinder manchmal anstrengend und nervig sein können, stellen sie keine ständige Zumutung dar, indem sie die eigenen Bedürfnisse und Wünsche der Eltern total aus dem Takt bringen.
Kinder müssen auch keine ständige Belastung sein, selbst wenn sie über die Stränge schlagen, so dass Mitmenschen böse schauen oder „Psst“ zischen. Natürlich gibt es auch besondere ökonomische Herausforderungen für die Eltern, zum Beispiel im Blick auf neue Kosten wie für Kleidung, Betreuung, Hobbys sowie Einkommenseinbußen, wenn ein Elternteil weniger arbeiten kann. Und nicht immer sind großzügige und solidarische Großeltern zur Stelle, um mit „warmer Hand“ finanziell zu helfen oder selbst anzupacken, wenn Not in der Familie aufkommt.
Selbstverständlich sollten freie Bürger in einem freien Land selbst entscheiden dürfen, welches Lebensmodell sie wählen, in welcher Form von Beziehung oder wie sie leben möchten, so lange die Rechte anderer nicht verletzt werden. Es ist jedoch vor allem Sache der Eltern, wenn es darum geht, wer wieviel arbeitet oder wer sich insbesondere um die Kinder kümmert, wobei es zu einer echten Wahl gehört, dass es ausreichende und qualitativ überzeugende Kita-, Hort- und Schulbetreuungsplätze vor Ort gibt. Und zudem sollten geschiedene oder getrennte Väter und Mütter ihre Verantwortung für den Unterhalt ihrer Kinder ernst- und wahrnehmen.
Doch was wäre grundsätzlich eine Gesellschaft ohne Kinder? Auf Dauer würden nicht nur Institutionen wie Kitas oder Schulen überflüssig, sondern auch das wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Leben käme zum Erliegen – zum Beispiel der Arbeitsmarkt, die Sozialversicherungen oder das Vereins- und Verbandswesen. Und wer möchte tatsächlich auf kulturelle, soziale und politische Erneuerungen sowie auf Pionierleistungen zum Beispiel im Blick auf Gesundheit, Digitalisierung, Klima und Mobilität von Nachwuchskräften verzichten, die notwendig sind, um bewährtes Altes mit dem menschengerechten Fortschritt zusammenzuführen, um in der Gegenwart eine gemeinsame Zukunft zu gewinnen?!
Aber unabhängig von diesen Überlegungen sind Kinder keine Objekte der Eltern, des Staates oder der Gesellschaft, die für „gute Zwecke“ instrumentalisiert werden; sie sind kein Mittel zum Zweck. Sie sind Träger einer eigenen Würde und deshalb um ihrer selbst willen zu beachten und zu achten – von Eltern, vom Staat und von der Gesellschaft zu schützen sowie im Geiste der Hilfe zur Selbsthilfe, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu unterstützen und zu fördern.
Kinder haben das Potenzial, Werte und Normen, Überzeugungen und Haltungen, Geschichte und Erinnerungen einer Familie sowohl kritisch als auch anerkennend zu übernehmen und weiterzugeben sowie den Zusammenhalt einer Gesellschaft zu stärken. Sie können Brücken in die Zukunft schlagen.
Burkhard Budde