Moment mal

Infos über Silvester

Von Burkhard Budde

Im Glücksversprechen kann das Glück anwesend sein

Im Glücksversprechen kann das Glück gegenwärtig sein.

Zum Namen:

Silvester erinnert an den Todestag von Silvester I, Bischof von Rom (314-335 n.Chr.), der am 31. 12. 335 in Rom gestorben war und zum Patron des Jahreswechsels wurde.

Zur Geschichte:

1691 erklärte Papst Innozenz XII (1691-1700) den 1. Januar zum ersten Tag des Jahres und den 31. Dezember zum Gedenktag des heiligen Papstes Silvester I, der u.a. wegen seiner Standfestigkeit während der Zeit der Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Diokletian (284-305) berühmt sowie 314 Bischof von Rom und damit gleichzeitig Papst geworden war.

325 war das Erste Allgemeine Konzil von Nicäa, das nach dem Ende der Christenverfolgungen von Kaiser Konstantin (306-337) einberufen wurde (Konstantin: „Der Sohn ist eines Wesens mit dem Vater.“), an dem aber Papst Silvester „aus Altergründen“ nicht teilgenommen hatte.

Zwischen 750 und 850 entstand die „Konstantinische Schenkung“ (Kaiser Konstantin habe dem Papst Silvester I. die Stadt Rom sowie das ganze Abendland geschenkt und erlaubt, die kaiserlichen Insignien zu tragen), die die Grundlage der päpstlichen weltlichen Machtansprüche darstellte, die jedoch im 15. Jahrhundert als Fälschung entlarvt wurde.

1582 wurde der Jahreswechsel mit der Kalenderreform des Papstes Gregor XIII (1502-1585) vom 24. Dezember auf den 31. Dezember gelegt. Zuvor gab es im Mittelalter und in der frühen Neuzeit bis zu sechs unterschiedliche Jahresanfänge.

Zur Bedeutung:

Manche sagen zum Jahreswechsel „Prosit“ („Es möge gelingen!“) nach dem Motto „Neues Jahr, neues Glück“. Andere wünschen einen „Guten Anfang des Jahres!“ im Blick auf „Rosch ha schana“, dem Wunsch zum jüdischen Neujahrsfest. Wieder andere „Einen guten Rutsch!“ im Sinne von „Gute Reise“ oder wie Goethe es formuliert hat: „Sonntag rutscht man auf das Land.“

Keine Deutung blickt nur zurück, jede blickt vorwärts. Nach dem Monat der Stille sowie der Advents- und Weihnachtszeit soll für viele Christen und Nichtchristen das neue Jahr insbesondere mit Glückwünschen sowie mit Spektakel zur Vertreibung „alter Geister“ begrüßt werden.

Doch der Monat Januar hat nicht ohne Grund seinen Namen von „Janus“, dem zweiköpfigen Gott erhalten: Rückblick und Ausblick lassen sich nicht einfach trennen. Sie bilden eine Einheit, weil Menschen im Strom der Geschichte zwar rückwärts blicken können, jedoch gleichzeitig in eine Zukunft getrieben werden, die offen bleibt, letztlich keiner kennt und die sehr schnell Spuren neuer Vergangenheiten hinterlässt.

Nichtsdestotrotz kann Silvester wenigstens für kurze Zeit eine kleine Insel im flüchtigen, schnellen und schnelllebigen Strom des Lebens sein. Um im Unheimlichen, im Unvorhersehbaren und im Unbegreiflichen nicht unterzugehen, sondern mit Mut und Zuversicht sowie mit Gott- und Christusvertrauen künftige Herausforderungen meistern zu können. Denn sollte Gott selbst, der den Strom des Lebens geschaffen hat, nicht die Macht und Kraft haben, Stürme der Spannungen und Konflikte in einem Menschen und um ihn herum durch den Geist seiner Liebe zu bewältigen und den Gottvertrauenden zur Verantwortung vor ihm, vor der Mit- und Nachwelt zu befähigen?!

Burkhard Budde