80-jähriges Jubiläum der CDU Peine

Brücken bauen

Von Burkhard Budde

Prof. Dr. Norbert Lammert mit (von links) CDU-Kreisvorsitzender Christoph Plett MdL, Christiane Bähr, Landesvorsitzende der Frauen Union des CDU-Landesverbandes Braunschweig, die Landtagsabgeordnete Sophie Ramdor aus Braunschweig und Dr. Burkhard Budde aus Bad Harzburg

Ständig Brücken bauen

Norbert Lammert sprach zum 80-jährigen Jubiläum der CDU Peine

Der Rückblick war zugleich ein Ausblick. In Dankbarkeit und Respekt blickte Christoph Plett, MdL, auf die Geschichte des CDU-Geburtstagskindes zurück, das seinen 80. Geburtstag in Peine feierte. Gleichzeitig fragte der CDU-Kreisvorsitzende: „Wie bewahren wir das, was uns wichtig ist?“ Der CDU-Kreisverband, zu dem etwa 800 Mitglieder gehören, sei fest verwurzelt in seiner Geschichte und doch müsse er sich „immer wieder neu erfinden“.

Christoph Plett, der seit 2023 auch Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Braunschweig und dadurch zugleich beratendes Mitglied des CDU-Bundesvorstandes ist, betonte in seiner Rede im Forum Peine am 3. Juni 2026: „Die CDU ist kein Selbstzweck. Wir haben den Auftrag, die Gesellschaft zu gestalten und am politischen Meinungsbildungsprozess teilzunehmen.“ Die Kommunalpolitik sei keine Nebensache. Vor Ort schlage das Herz der Demokratie. Und zum christlichen Menschenbild der CDU, das als geistiges Fundament die politische Aufgabe trage, gehörten zugleich Freiheit und Verantwortung.

Nach Christoph Plett erinnerte der 85jährige Horst Horrmann, der zum Urgestein der CDU gehört, an die Anfänge der CDU in Peine. Horst Horrmann prägte die Entwicklung im Kreis Peine, war aber auch als Kultusminister von Niedersachsen von 1988 bis 1990 unter Ministerpräsident Ernst Albrecht politisch sowie später von 2005 bis 2014 als Präsident des DRK-Niedersachsen gesellschaftspolitisch tätig. Weitsichtig sei vor 80 Jahren die „christlich demokratische Union“ (CDU) gegründet worden, um Menschen vor allem bei allen konfessionellen, sozialen und wirtschaftlichen Unterschieden zusammenzuführen sowie um als ganz neue Partei den Wiederaufbau zu beginnen.

Prof. Dr. Norbert Lammert, Jahrgang 1948, von 2005 bis 2017 Präsident des Deutschen Bundestages sowie langjähriger Vorsitzender der Konrad-Adenauer Stiftung, sprach in seiner engagierten Festansprache von der CDU als „erfolgreichsten Partei Deutschlands“, die bislang über 50 Jahre lang das Land politisch (mit-) geführt habe und über eine auffällige und beispiellose Bilanz verfüge. Diese Prägekraft sei nicht ohne die handelnden Personen zu erklären, die die „Einsicht in die Notwendigkeit zur Veränderung“ gehabt hätten. Dabei nannte er Konrad Adenauer und Ludwig Erhard. Die CDU, die insbesondere als neue überkonfessionelle Sammelpartei – als „Sammelbecken“ (Lammert) – nach dem Krieg entstanden ist, habe am Tiefpunkt der deutschen Geschichte den Mut und die Zuversicht gehabt, neu anzufangen, „nicht die Vergangenheit zu restaurieren, sondern Neues zu machen“ – mit einer neuen Partei, einem Grundgesetz, der Sozialen Marktwirtschaft und der Verankerung Deutschlands in der Familie der westlichen Demokratien. Diese Grund- und Richtungsentscheidungen vor allem Adenauers und Erhards seien bis heute bedeutsam. Beispielsweise – im Geiste des „deutschen Wirtschaftswunders“ – nicht den Mangel zu verwalten, sondern ihn durch fairen Wettbewerb und sozialer Ordnung zu beseitigen, um Kräfte „von unten nach oben“ freizusetzen. Oder  – im Geiste Konrad Adenauers – die Veränderungsbereitschaft zu zeigen, ein wehrbereites und wehrfähiges Europa zu schaffen.

Norbert Lammert, der wie erwartet mit Tiefgang sprach, rief dazu auf, ständig Brücken zu bauen, indem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden werden. Und verwies auf die Verantwortung Deutschlands, der „größten funktionierenden Demokratie“.

Burkhard Budde